Foto: Frontansicht des Einfamilien-Passivhauses in Pettenbach

Fernsehdokumentation "Auftrag: Zero Emission. Die Fabrik der Zukunft"

DAS Zukunftsthema Fabrik der Zukunft steht im Mittelpunkt dieser Fernsehdokumentation. Die Erstausstrahlung ist am Mittwoch, 2. Februar 2011, 20.15 Uhr, 3sat.

Trailer "Auftrag: Zero Emission. Die Fabrik der Zukunft"

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Über den Film

Vor nicht einmal 250 Jahren perfektionierte der Erfinder James Watt die ersten Dampfmaschinen. Mit Kohle befeuert betrieben sie die neuen Kraftmaschinen, die die Massenproduktion der Waren ermöglichten. Fabriken wurden gebaut. Von überall her strömten Menschen in die Städte. Aus Bauern wurden Fabrikarbeiter, aus einer Agrargesellschaft eine Industriegesellschaft. Die Industrielle Revolution war einer der bedeutendsten Umbrüche in der Geschichte der Menschheit. Produktivität und Technologieentwicklung wurden immens beschleunigt. Doch schon bald zeigten sich auch die Negativfolgen.

Bis heute wird auf Kosten der Umwelt produziert. Jedes Jahr werden allein in Europa zweieinhalb Mal mehr Ressourcen verbraucht, als unser Planet bereitstellen kann. In den USA sogar fünf Mal mehr. Zusätzlich ist die Industrie verantwortlich für ein Drittel der weltweiten Emissionen. Dem nicht genug: Immer mehr der aufwändig hergestellten Waren landen in immer kürzerer Zeit auf den Mülldeponien.

Es ist Zeit für eine neue Fabrik. Weltweit arbeiten Forscher an ihrer Realisierung. Ihr Auftrag lautet: Entwicklung von Faktor 10-Technologien. Effizienzsteigerung. Integration von erneuerbarer Energie. Biobased Industry. Null Emissionen. Ein Jahr lang begleiten die Dokumentarfilmer Claudia und Peter Giczy Pilotprojekte zum Thema Fabrik der Zukunft, etwa die Errichtung der weltweit ersten Grünen Bioraffinerie in Oberösterreich, die Umstellung auf Zero Emission in der metallverarbeitenden Industrie und High-Tech-Innovationen im Stahlwerk.

Außerdem im Film: Cleaner Production in Indiens Boomtown Gurgaon, die Nutzung von Pflanzenfarbstoffen in der Textilindustrie und von solarer Prozesswärme in der Großindustrie. Die Dokumentation berichtet über wegweisende Technologien und entwirft ein Zukunftsszenario einer nachhaltig produzierenden Industrie. Kurzum: Eine optisch aufwändige Dokumentation, die sich dem Zukunftsthema Fabrik der Zukunft widmet.

Bibliografische Daten

  • Dokumentation, 3sat, 2. Februar 2011, 20.15 Uhr.
  • Recherche und Gestaltung: Claudia Giczy Hefner und Peter Giczy
  • Kamera: Peter Giczy
  • Schnitt: Tanja Lesowsky
  • Länge: 45 Minuten
  • © ORF 2011

Filmzitate

Horst Steinmüller
Energieinstitut, Universität Linz

Bioraffinerie an und für sich sagt aus: Ein Rohstoff kommt herein und viele Produkte gehen hinaus und gleichzeitig wird versucht, so wenig wie möglich an Abfall zu produzieren. Bei uns in der Grünen Bioraffinerie ist es Silage als Rohstoff und die Produkte Energie in Form von Biogas sowie Milchsäure und Aminosäuren. Wir denken aber auch schon weiter und glauben, dass in fünf Jahren neben diesen beiden Produkten Milchsäure und Aminosäuren noch eine Vielzahl anderer, im Gras vorhandener Produkte gewonnen werden können.

Wolfgang Schützenhöfer
Edelstahl-Forschungsabteilung, Böhler Edelstahl

Im Stahlwerk ist Energie ein wichtiger Faktor. Jede Einsparung an Energie bei einem kleinen Prozess ist natürlich sehr effektiv ein wichtiger Faktor am Gesamtenergieaufkommen eines Stahlwerkes. In diesem Prozess, wo zwei Drittel der Stahlproduktion über diese VD-Anlage laufen, ist der Ansatz Argon als teures Gas zu minimieren und seinen Einsatz zu optimieren natürlich ein sehr großer Hebel, um die Kosten zu senken.

Michael Paula
Nachhaltig Wirtschaften, BMVIT

Ich denke, dass die Zeit, die wir haben, um neue Wege einzuschlagen, immer kürzer wird. Gerade wenn man sich die Klima- aber auch die Ressourcendiskussion anschaut, etwa die Ölpreissteigerungen und der globalpolitische Ressourcenverbrauch, sieht man, dass wir heute schon wesentlich effizienter sein müssen. Die zukünftigen Arbeitsplätze werden dadurch geschaffen, dass intelligente Produktionsprozesse in Europa, in Österreich etabliert werden.

Thomas Bechtold
Institut für Textilchemie, Dornbirn

In dem Projekt haben wir uns auf nachwachsende Rohstoffe, das heißt Färbepflanzen, konzentriert, weil diese verschiedenste Vorteile für alle Beteiligten im Projekt bieten. Für die Landwirte bietet sich eine neue Produktlinie, Färbepflanzen anzubauen oder Rinden als Wertstoffe verkaufen zu können. Für die Betriebe bietet sich die Möglichkeit ein neues Produkt zu erzeugen, welches Einsparungen im Wasser- und Energiebereich liefert und auch einen Naturfarbstoff verwendet. Und für den Konsumenten bieten sich natürlich auch Vorteile, weil er ein ökologisch sauberes Produkt auf dem Markt findet.

Hans Schnitzer
Verfahrenstechniker, TU Graz

Gerade im Ersatz von Erdöl sind wir in einer Entwicklung, die sich nicht aufhalten lassen wird. Und ich habe das heute meinen Studenten in der Vorlesung erzählt: Die Generation an Ingenieuren, die wir heute hinausschicken, geht in 40 oder 50 Jahren in Pension und die wird die Umstellung von einem fossil-basierten Industriesystem auf ein pflanzlich-erneuerbar-basiertes Industriesystem durchführen. Also in den nächsten 40, 50 Jahren läuft das praktisch vollständig ab.

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