Zwetschke

Gründungsinitiative 2001

Um begleitend zu den Ausschreibungen Wissenschaftler und Forscher zu unterstützen, ihr Wissen und ihre Ideen aus dem Bereich "Nachhaltig Wirtschaften" durch Firmengründungen umzusetzen, wurde in Kooperation mit UNIUN 2001 ein speziell konzipiertes Qualifikationsprogramm angeboten. Durch eine Reihe von Veranstaltungen und Workshops wurde grundlegendes Wissen zur Verfügung gestellt und Unterstützung bei der stufenweisen Weiterentwicklung und Finalisierung des eigenen Businessplanes gegeben.

Businessplanwettbewerb Kategorie "Nachhaltig Wirtschaften"

Zum Abschluss dieser Gründungsinitiative wurde eine Sonderkategorie "Nachhaltig Wirtschaften" des UNIUN 2001 - Businessplanwettbewerbes ausgeschrieben. Die eingereichten Gründungskonzepte wurden von einer prominenten Jury bewertet. Wichtige Beurteilungskriterien für die Businesspläne waren:

  • die Lebensfähigkeit des Gründungsvorhabens (Solidität der Planung, Erfolgswahrscheinlichkeit),
  • die Qualität des Businessplans (Schlüssigkeit, Prägnanz),
  • der Innovationsgrad der Gründungsidee, sowie
  • die Erfüllung der Leitprinzipien für Nachhaltiges Wirtschaften

Die Leitprinzipien wurden aus dem "F&E-Bereich Nachhaltig Wirtschaften" übernommen:

  • Orientierung am Nutzen bzw. am Bedarf
  • Ressourceneffizienz
  • Flexibilität und Adaptionsfähigkeit
  • Nutzung erneuerbarer Ressourcen
  • Recyclingfähigkeit und Mehrfachnutzung
  • Fehlertoleranz und Risikovorsorge
  • Sicherung von Arbeit, Einkommen und Lebensqualität

Die zum Teil sehr anspruchsvollen Einreichungen dieser österreichweit ersten Gründungsinitiative im Bereich Nachhaltigkeit zeigten deutlich, dass mit den Grundsätzen der Nachhaltigkeit völlig neue, interessante Geschäftsfelder mit zukunftsfähigen Produkten und Lösungen erschlossen werden können.

Die Jury

  • Mag. Hermine Dimitroff-Regatschnig, eco4ward
  • Dr. Christine Jasch, Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung / Ökoaccount
  • Univ.-Doz. Dr. Dietmar Kanatschnig, ÖIN - Österr. Inst. für Nachhaltige Entwicklung
  • Dr. Angela Köppl, WIFO - Wirtschaftsforschungsinstitut Österreich
  • Dipl. Ing. Michael Paula, BMVIT

Moderation: Dr. Alfred W. Strigl, ÖIN

Die Auszeichnungen

ConsultS

Büro für nachhaltiges Bauen, Passivhaus & Stadtökologie

ConsultS bietet Unternehmen der Bauwirtschaft und Bauindustrie, Institutionen und öffentlichen Stellen Hilfe bei der Entwicklung innovativer Bauprojekte, nachhaltiger Produkte und neuer Konzepte an.

Dies geschieht über:

  • Beratung, Konzeption, Begleitforschung und Entwicklung;
  • Mitarbeiterschulung und Teambildung;
  • Unterstützung von Innovationen;
  • Aufspüren neuer Geschäftsfelder;
  • Cluster-Betreuung.

Laufende bzw. geplante Vorhaben sind:

  • Ökologisches Bausystem für Kleingartenhäuser
  • Machbarkeitsstudie "Passivhausstandard für den WienerWohnbau"
  • F&E - Fabrik der Zukunft - Projekt "Passivhaustaugliche Serienteile mit Strohdämmung"
  • Weiterbildungskurse "Nachhaltiges Bauen & Solararchitektur"
  • Nachbetreuung der KBAU Interessenten aus dem Kplus-Antrag
  • Betreuung eines Bauratgebers fü Hausbauer
  • Kompetenzzentrum zur Verarbeitung von Schilf und Stroh für Bauzwecke (in Vorbereitung)

Einreicher

Dipl. Ing. Erwin Schwarzmüller
Lerchenfelderstr. 61/2/7, 1070 Wien
erwin.schwarzmueller@chello.at

  • Architekturstudium an der TU Wien und Uni Innsbruck,
  • 10 jährige Büro- und Beratungspraxis in der Sanierung und im Neubau (Niedrigenergie- und Passivhaus),
  • 3-jährige Kommunikationstrainerausbildung in Tirol,
  • Entwicklung und Begleitung des Fördersystems "Tiroler Niedrig Energie Haus",
  • Bau- und Energiekurse in Tirol und Vorarlberg,
  • Lehrtätigkeit an der internationalen Sommerschule in Klagenfurt,
  • Abhaltung zahlreicher Fachveranstaltungen im Themenkomplex Nachhaltiges Bauen,
  • Mitwirkung bei Jurys und Referententätigkeit

Jurykommentar

Die Bereiche Bauen und Wohnen werden aufgrund ihrer überdurchschnittlich großen Stoff- und Energieströme zu Schlüsselbereichen in der Umsetzung von Konzepten für Nachhaltiges Wirtschaften. ConsultS zeichnet sich dadurch aus, dass es "Nachhaltiges Bauen" als Unternehmensphilosophie in Zeiten eines sich wandelnden Verständnisses für die Baubranche (z.B. sozialer Wohnbau) an eine möglichst breite Kundenschicht vermitteln will und sieht darin starke Verbreitungspotenziale.

Neben den klassischen Aufgaben der Beratung (Konzeption, Forschung und Entwicklung nachhaltiger "Bauprodukte") wird der integrative Ansatz der Vernetzungs- und Kommunikationsarbeit zu Themen wie Passiv- und Niedrigenergiehaus, Solararchitektur, Einsatz von Nachwachsenden Rohstoffen bzw. deren Normung und Standardisierung, sowie Weiterbildung, Motivation und Teambildung von ConsultS angeboten.

Langjährige Berufserfahrung, beste Kontakte zur Branche und die systemische Verknüpfung von inhaltlichen mit strategischen Zielen rund um dasThema Nachhaltiges Bauen haben die Jury von der zukunftsweisenden Idee überzeugt.

go gender!

Beratung,Training, Evaluation und Forschung zu Gender Mainstreaming

EntscheidungsträgerInnen in Politik, Wirtschaft und Planung sehen sich in ihrer Arbeit mit der Umsetzung der Strategie des Gender Mainstreaming konfrontiert.

go gender! knüpft unmittelbar an diesen Ansatz an und bietet dazu Beratung, Training, Evaluation und Forschung sowie konkrete Umsetzungsstrategien. Dies soll in drei Geschäftsfeldern geschehen:

  • gender in region hat die Durchsetzung der Chancengleichheit in Regionalentwicklungsprojekten zum Ziel
  • gender in business setzt auf Gender Mainstreaming zur Aktivierung von unternehmerischen Potenzialen
  • gender in data stellt statistische Informationen über die Lebenszusammenhänge von Frauen und Männern in einem regionalen Kontext zur Verfügung

go gender! versteht sich als Schnittstelle zwischen der EU-Förderpolitik und den Umsetzern auf regionaler Ebene. Das Team will insbesondere mit einem partizipativen Planungsansatz die Mitbestimmung und Einbindung von Frauen in regionalen Entwicklungsprozessen erhöhen. Dabei sollen die Prinzipien einer geschlechtergerechten und nachhaltigen Regionalentwicklung in der Unternehmenstätigkeit vornehmliche Berücksichtigung finden.

Einreicherinnen

Siegrun Herzog
Glasergasse 4a/23, 1090 Wien
a9204669@unet.univie.ac.at

  • Studium der Raumforschung- und Raumordnung an der Universität Wien
  • Mitarbeit im Frauenbüro der Stadt Wien,
  • Praktikum Frauenbüro Salzburg,
  • Mitarbeit am "Frauenbericht Oberösterreich 2000"

Vera Hinterleitner
Meinhartsdorfergasse 1/15, 1150 Wien
a9203777@unet.univie.ac.at

  • Studium der Wirtschaftsgeographie an der Universität Wien
  • Innovationsforschung bei der Unternehmensberatung K.I.S.S., Wien
  • Mitarbeit zum "Frauenbericht Oberösterreich 2000"

Mag. Eva Reisinger
Wilhelminenstr. 59/14, 1160 Wien
eva@epy.co.at

  • Studium der Wirtschaftsgeographie an der Universität Wien
  • Forschungsassistentin im Projekt "Frauenleben in Oberösterreich"
  • Mitarbeit am Projekt "Frauenerwerbstätigkeit und Regionalpolitik"

Jurykommentar

go gender! überzeugte die Jury in der Behandlung der sozial- und regionalpolitischen Dimension von Nachhaltigkeit durch die Bearbeitung des noch viel zu wenig beachteten Themas der Geschlechtergerechtigkeit.

Hier greift das Team eine wichtige Zukunftsperspektive frühzeitig auf und will in seinem engagierten Vorhaben neben der ökologischen und ökonomischen auch die soziale und kulturelle Perspektive von Nachhaltigkeit einer Verwirklichung näher bringen. Dabei fallen die Gründerinnen auch durch ihre soliden, umfassenden und kreativen Kriterien verschiedenster Nachhaltigkeitsaspekte wie Verteilung, Ausdifferenzierung, Arbeits- und Chancengleichheit, Dezentralität, Nahversorgung, Funktionsmischung, Meinungsvielfalt, Dialog, Lernfähigkeit und einer insgesamt systemischen Betrachtungsweise auf.

Die Jungunternehmerinnen sehen dabei auch bzw. gerade Realisierungschancen im Rahmen regionaler Prozesse wie z.B. der Lokalen Agenda 21. Für das mutige Unternehmen, Nachhaltigkeit gepaart mit "Gender Mainstreaming"-Fragen in die österreichische Regionalentwicklung zu tragen und Vorort bzw. in der Wirtschaft umsetzen zu wollen, möchte die Jury allen Respekt und Anerkennung aussprechen.

STIRLING-POWER-MODULE GmbH

Entwicklung und Markteinführung eines Aggregates zur Stromerzeugung aus Biomasse

Ziel des Unternehmens ist die Entwicklung und Produktion eines Stirling-Moduls zur Erzeugung von elektrischer Energie zum Betrieb in einer konventionellen Holzfeuerungsanlage. Damit wird aus dem Brennstoff Holz nicht nur Wärme sondern gleichzeitig auch elektrischer Strom erzeugt.

Das STIRLING-POWER-MODULE besteht aus einem Stirlingmotor und einem Stromgenerator (1kWel) und kann als Modul in konventionelle am Markt befindliche Feuerungsanlagen für Wohnbauten eingebaut werden. Der Vertrieb soll über Hersteller konventioneller Kessel erfolgen.

Das Produkt hätte in seiner Art eine "unique selling proposition" und zwar durch seine ökologisch einwandfreie Positionierung. Durch seinen Einsatz kann autark Strom und Wärme aus dem einheimischen erneuerbaren Energieträger Holz erzeugt werden.

Durch seine modulare Bauweise, die über einen Adapter die Integration in marktübliche Holzheizkesselanlagen ermöglicht und dadurch bestehende Vertriebskanäle nutzen kann, sowie eine marktgerechte Leistungsgröße für den Einsatz als "mittlere Technologie" im konventionellen Wohnbau ist eine einfache Integration gewährleistet.

Das Arbeits- und Entwicklungsprogramm erfolgt in vier Phasen:

  1. Gesellschaftsgründung;
  2. Entwicklung (F&E) des Prototyps (bis Ende 2002);
  3. Erzeugung in Kleinserien und Felderprobung (bis Ende 2003)
  4. Markteinführung und Umwandlung in eine AG (ab 2004)

Einreicher

Dipl. Ing. Dr. Karl W. Stanzel
Nikolaus-Schönbacher-Straße 7, 8052 Graz
stanzel@t-online.at

  • Studium und Doktorat in Maschinenbau (Dampf- und Wärmetechnik) an der TU Graz;
  • Langjährige Mitarbeit am Institut für Umweltforschung und am Institut für Energieforschung (IEF), Joanneum Research Graz;
  • Österreichischer Staatspreis für Energieforschung 1993 für die "Optimierung automatischer Feststofffeuerung";
  • Leitender Angestellter (6 Jahre) beim IEF, Joanneum Research Graz;
  • seit 2000 selbständiger Zivilingenieur für Maschinenbau; sowie nebenberuflicher Geschäftsführer der Ökostrom-Betriebsges.m.b.H.

Jurykommentar

Das STIRLING-POWER-MODULE vereint mehrere Attribute einer Nachhaltigen Technologie. Durch den Einsatz des neuartigen Moduls wird eine erhöhte Nutzen- und Bedürfnisorientierung möglich, da neben Wärme auch elektrische Energie für kleine Einheiten produziert wird. Mit dieser Innovation wird durch intelligenten Technikeinsatz ein hoher Wirkungsgrad erzielt und auch den Kriterien der Effizienz, kaskadischen Nutzung Rechnung getragen. Darüber hinaus wird mit Holz eine erneuerbare, CO2-neutrale und in Österreich regional mit einer vergleichsweise hohen Versorgungssicherheit verfügbare Ressource eingesetzt. Regionale Versorgung führt aber auch zu einer Erhöhung der lokalen Wertschöpfung.

Das Produkt kann auf sehr einfache Weise in konventionelle Systeme eingebaut werden und erlaubt dem Anwender daher große Flexibilität. Mit Stickstoff als Betriebsgas besteht keinerlei Gefährdungspotential, was wiederum im Vergleich mit anderen Systemen einen Sicherheitsbonus darstellt. Eine robuste Bauweise und entsprechend hohe Lebensdauer ermöglichen zusätzliche Beiträge zu einer nachhaltigen Nutzung.

Die Jury sieht in der Konzeption des Stirling-Moduls interessante Nachhaltigkeitspotentiale angelegt.

Diese Seite teilen ...

zum Anfang