Struktur der IEA Forschung

Im Folgenden wird die Struktur der IEA Forschung erläutert. Es werden die unterschiedlichen Komitees, Arbeits- und Expertengruppen ausgeführt sowie die Programm- und Projektebene für die konkreten F&E Aktivitäten erklärt.

Der Verwaltungsrat (Governing Board)

Aufgabe des Verwaltungsrates ist es, die strategische Ausrichtung der IEA-Aktivitäten festzulegen. Österreich ist im Verwaltungsrat durch das Wirtschaftsministerium vertreten. Der Verwaltungsrat wird von verschiedenen Komitees unterstützt, die mit Vertretern aus der Verwaltung der Mitgliedstaaten besetzt sind. Die Aufgaben dieser Komitees zeigen deutlich die Tätigkeitsbereiche und Fokussierung der IEA.

  • Standing Group on Global Energy Dialogue (SGD): hält Kontakt mit den wichtigsten Energieproduzenten und -verbrauchern außerhalb der OECD-Staaten.
  • Standing Group on Long-Term Co-operation (SLT): hier stehen die Strategien für Alternativen zum Öl sowie die Überprüfungen der Energiepolitiken der Mitgliedstaaten im Vordergrund. Eine Untergruppe dieses Komitees ist die Energy Efficiency Working Party (EEWP), die sich mit Energieeffizienz Policy Maßnahmen beschäftigt (weitere Informationen und österreichischer Kontakt).
  • Committee on Energy Research and Technology (CERT): hier werden die Aktivitäten der IEA im Bereich Energietechnologien und F&E formuliert und begleitet.
  • Standing Group on Emergency Questions (SEQ): überprüft die Fähigkeit der Mitgliedstaaten, auf Ölkrisen zu reagieren. Die Mitgliedstaaten haben sich u.a. zu einem Mindestvorrat von 90 Tagen verpflichtet.
  • Standing Group on the Oil Market (SOM): verfolgt die kurz- bis mittelfristige Entwicklung der internationalen Ölmärkte.

Das Komitee für Energieforschung und Technologie (CERT)

Das Komitee für Energieforschung und Technologie (CERT, Comitee on Energy Research and Technology) ist eines der unterstützenden Komitees für den Verwaltungsrat (Governing Board, oberstes Entscheidungsgremium) der IEA. Im CERT werden die Aktivitäten der IEA im Bereich der Erforschung und Entwicklung von Energietechnologien formuliert und überwacht. Das CERT trifft Entscheidungen für Kooperationsaktivitäten bzw. schlägt dem Governing Board diese zur Entscheidung vor. Weiters entwickelt das CERT unterstützende Strategien (z.B. Kommunikationsstrategie). Das CERT ist somit für den Bereich FTE das wichtigste Gremium in der IEA.

Die österreichische Vertreter in diesem Gremium sind DI Michael Paula und Mag. (FH) Martina Ammer (Alternate) (Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie).

Die Arbeitsgruppen

Vier Arbeitsgruppen („Working Parties“) zu den Bereichen erneuerbare Energie, Endverbrauchstechnologien, fossile Energie und Fusion begleiten die Arbeit der thematisch zugeordneten Programme (Implementing Agreements, siehe weiter unten) und initiieren neue Aktivitäten. Weiters werden von den Arbeitsgruppen Analysen und strategische Aktivitäten (z.B. zu den Themen Statistik und Markteinführung von Technologien) durchgeführt, Publikationen erstellt und Workshops organisiert.

Österreich ist in den Arbeitsgruppen Erneuerbare Energie, Endverbrauchstechnologien und Fossile Energie vertreten. Die Arbeitsgruppe Fusion ist von Österreich nicht besetzt.

Arbeitsgruppe Erneuerbare Energie

Die Arbeitsgruppe Erneuerbare Energie betreut derzeit die folgenden Programme (Implementing Agreements) im Bereich Erneuerbare Energien:

Österreichischer Vertreter in der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energie:

Dipl.-Ing. Andreas Indinger
Österreichische Energieagentur
Austrian Energy Agency
Mariahilfer Straße 136, A 1150 Wien
Tel.: +43 (1) 586 15 24-111
Fax: +43 (1) 586 15 24-340
E-Mail: andreas.indinger@energyagency.at

Arbeitsgruppe Endverbrauchstechnologien

Die Arbeitsgruppe Endverbrauchstechnologien betreut derzeit 14 Programme (Implementing Agreements) im Bereich Endverbrauch. Diese sind wiederum in vier Bereiche unterteilt, die auch „Coordination Groups“ genannt werden. Die Enduse Working Party organisiert über ihre „Coordination Groups“ regelmäßige Workshops zu programmübergreifenden Themen.

Endverbrauchstechnologien – Gebäude

Endverbrauchstechnologien – Strom

Endverbrauchstechnologien – Industrie

Endverbrauchstechnologien - Transport

Österreichischer Vertreter in der Arbeitsgruppe Endverbrauchstechnologien:

Prof. Hermann Halozan
Waltendorfer Höhe 20
8010 Graz
Tel.: +43 (316) 422242
E-Mail: hermann.halozan@chello.at

Arbeitsgruppe Fossile Energie

Die Arbeitsgruppe fossile Energieträger betreut derzeit die folgenden Programme (Implementing Agreements) im Bereich Fossile Energien:

Österreichischen Vertreter in der Arbeitsgruppe Fossile Energie:

Die Expertengruppen

Zwei Expertengruppen zu den Themen "R&D Priority Setting and Evaluation" und "Expert Group on Science for Energy" beraten das CERT. Österreich ist in beiden Gruppen vertreten.

Experts Group on R&D Priority Setting and Evaluation

Die Expertengruppe ist ein beratendes Gremium des CERT. Diese Gruppe beschäftigt sich mit Methoden und Ansätzen für Energietechnologie Prioritätensetzung. Dabei geht es sowohl um Forschungs- als auch um Implementierungsstrategien. Themen sind beispielsweise Szenarioentwicklung für F&E-Prioritätensetzung, Energietechnologie Roadmaps, Implementierungsstrategien für neue Energietechnologien. Dazu werden zwei mal jährlich Workshops zu einem Schwerpunktthema organisiert und mit ExpertInnen diskutiert.

Die Ergebnisberichte der Workshops sind auf der IEA-Website verfügbar.

Österreichischer Vertreter in der Experts Group on R&D Priority Setting

Dr. Herbert Greisberger
Hollandstraße 10/46
1020 Wien
Tel.: +43 (1) 3156393 12
Fax: +43 (1) 3156393 22
E-Mail: herbert-greisberger@oegut.at

Experts Group on Science for Energy

Diese Expertengruppe ersetzt die frühere “Ad Hoc Group on Science for Energy Technologies (AGSET)“. Ziel der Experts Group on Science for Energy ist es, Herausforderungen und Barrieren im Bereich der Energietechnologien zu identifizieren und Potentiale durch eine verstärkte Verlinkung der energierelevanten Grundlagenforschung mit der angewandten Energieforschung zu erschließen. Auf nationaler Ebene erfolgt dies durch eine verstärkte Kooperation mit dem FWF.

Weitere Informationen zur Experts Group on Science for Energy.

Österreichischen VertreterInnen in der Experts Group on Science for Energy:

Die Programme ("Implementing Agreement")

Innerhalb des rechtlichen Rahmens des "Energy Technology and R&D Collaboration Programme" findet die Zusammenarbeit in sogenannten „Implementing Agreements“ (Programmen, Durchführungsvereinbarungen) statt. Das "Tätigkeitsfeld" eines Programms kann dabei von der Forschung bis zur Markteinführung dieser Technologien - z. B. durch "joint performance testing" - reichen. Ein Programm kann von mindestens zwei Mitgliedstaaten initiiert werden, die Zustimmung des CERT ist dabei Voraussetzung. Jede Regierung nominiert daraufhin ihre vertragsunterzeichnende Einheit/Partei, die sog. Contracting Party. Die Contracting Party kann der Staat (die Republik Österreich) selbst, ein Ministerium oder eine vom Staat bestimmte Organisation sein. Für Vertreter aus dem Bereich der Privatwirtschaft ist eine Teilnahme als "Sponsor" möglich.

Die Programme haben eine begrenzte Laufzeit, die immer wieder um max. je fünf Jahre verlängerbar ist. Jede Contracting Party nominiert einen Vertreter in das Exekutivkomitee (ExCo) dieses Programms, einer dieser Vertreter wird als Chair gewählt. Das ExCo leitet das Programm. Es gibt üblicherweise einen jährlich zu entrichtenden Mitgliedsbeitrag, den sogenannten "Common Fund". Im Programm sind auch die Rechte bez. geistiges Eigentum geregelt, was ein ausgesprochen wichtiger (und oft kritischer) Punkt bei internationalen Kooperationen ist. Die IEA hat dabei langjährige Erfahrung, was Patentierung bzw. den Schutz geistigen Eigentums betrifft. Prinzipiell haben die teilnehmenden Staaten (Contracting Parties) die Exklusivrechte an den Ergebnissen.

Es stehen zwei Finanzierungsformen zur Verfügung (meistens kommt eine Mischform zur Anwendung):

  • task shared: die Partner bringen Leistungen ein
  • cost shared: die Partner bringen Finanzmittel ein, Leistungen können ausgelagert werden

Derzeit gibt es 42 Implementing Agreements. Bei jedem Programm können IEA-Mitgliedstaaten und auch sog. "non member countries", wie z.B. die Schwellenländer China, Indien, Südafrika, Mexico, beitreten.

Insgesamt ist Österreich derzeit an 18 Programmen beteiligt.

Die Projekte der Programme ("Tasks bzw. Annexe")

Die eigentlichen F&E und marktbezogenen Aktivitäten finden auf Projektebene statt. Die Projekte werden entweder als Tasks oder als Annexe bezeichnet. Die im Programm beteiligten Partner/Contracting Parties können nun verschiedene Tasks/Annexe zu genau definierten Themen durchführen.

Geleitet wird ein Task bzw. Annex von einem der beteiligten Partner, dem Operating Agent.

Den Partner steht es frei, in welchen der Tasks, Annexe des jeweiligen Programms sie sich beteiligen möchten. Dies ermöglicht eine hohe Flexibilität und zielgerichtete Aktivitäten. Bis zu 10 laufende Tasks in einem Programm sind durchaus üblich ("umbrella type" Programm), einige Programme bestehen aber auch nur aus einem einzigen Task.

Üblicherweise beauftragt die Contracting Party unterschiedliche ExpertInnen bzw. Institutionen, an den einzelnen Tasks/Annexe inhaltlich mitzuwirken. In Österreich erfolgt die Finanzierung der task shared Projekte über die Förderlinie „IEA-Forschungskooperation“.

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